Inhalt:
Wechselfiebrige Anfälle von Weisheit, Torheit und Faschismus»Die (...) Abrechnung mit dem täglichen Faschismus überragt an sprachlicher Wucht alle Bühnen-Texte nachgeborener Autoren und Kabarettisten. Der ÖD, ein ehemaliger Theologiestudent, ist die intelligenteste Verkörperung des Di(c)ktums: homo homini lupus. Spiel- und Todestrieb unter einer Schädeldecke. (...)
Uwe Dick begann mit den ersten Aufzeichnungen 1967, niedergeschrieben hat er den Radikalmonolog im Jahr 1975. Seither hat er seinen ÖD mehr als 200 mal gespielt; in den letzten Jahren allerdings sehr selten, weil er nicht wollte, daß diese Figur den Blick auf sein Hauptwerk (...) verstellt.
Was den besonderen politischen Reiz des Stücks ausmacht, ist seine Weitsichtigkeit – oder sollte man angesichts des politischen Rechtsrucks sagen: Zeitlosigkeit? (...) Daß er (Uwe Dick) mit seinen Prognosen recht behalten hat, wird ihm kaum Freude machen. Denn noch immer haust der ÖD dort, wo ihn sein Schöpfer ansiedelte: »Inam jedn von eich, servaßßß!««
Hannes Hintermeier, Abendzeitung, München, 27.12.1994
