Inhalt:
Seit der Uraufführung 1985 (als Ein-Mann-Hörspiel im BR) rezitierte Uwe Dick seinen »Monolog eines Radfahrers« in mehr als hundert Städten, auch beim Alternativen Bundes-Verkehrskongreß im Raschplatz-Pavillon zu Hannover. Der »Motoren-Bolero«, bereits ein Klassiker literarischer Verkehrserziehung (an vielen Schulen), zeigt den Irrsinn einer »entmenschten Rasse«, die das Recht des Stärkeren rücksichtslos mit dem Gashebel durchdrückt: Überlebensprosa aus der Sicht des Schwächeren.»Uwe Dick ist ein Ereignis«, schrieb Michael Skasa (»SZ«) nach der Premiere im Münchener Hinterhoftheater und die »Abendzeitung« verlieh dem Akteur ihren »Stern der Woche«. Trotz einer zweifellos artifiziellen Satzkunst ist den Texturen Uwe Dicks keine »elitäre«, sondern eine selten soziale Wirkung eigen; ein Phänomen, das auch schon Passagen aus »Theriak« (1972), »Der ÖD« (1975), oder »Der Jäger vom Knall« (1987) zeitigten.
Während die meiste Gegenwartsliteratur schon nach wenigen Jahren »hinüber« ist, finden die Einsprüche Uwe Dicks oft erst nach Jahren ihre Bestätigung als gesellschaftliche Forderung, gewinnen Aktualität, verändern mit dem Bewußtsein einiger, die Wirklichkeit vieler. So weckte Uwe Dicks Stimme eine Bürgerinitiative in Westfalen, die das Enkhauser Tal vor dem gigantomanischen Ausbau der Bundesstraße 229 bewahrte. Seither fragen immer mehr Organisationen, die sich um eine menschen- (nicht auto-!)gerechte Verkehrspolitik bemühen, bei Uwe Dick an, Aufklärungs- und Erlebnishilfe zu leisten. Auch, weil es sich erwiesen hat, daß die emotionalisierende Arbeit des Sprachartisten selbst den abgefeimtesten Argumenten jedweder Lobby analytisch standhält, sie mit Witz und Galle entkräftet. »Und nie unterlief ihm dabei Öko-Kitsch.« (J. v. Westphalen, Westermann's)
hr2-Hörbuch-Bestenliste Mai 1997:
Der persönliche Tip von Rosemarie Fendel:
»Uwe Dick ist ein genialer Vorleser, ein wunderbarer Schauspieler! Er liest hier vor Publikum, und das macht er so großartig, daß man ihm stundenlang zuhören möchte. Aber natürlich auch das, was und wie er schreibt, ist für meine Begriffe grandios und, wie ich denke, außergewöhnlich in der deutschen Gegenwartsliteratur!«
