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"Hier in dem Bibliothekszimmer eines französischen Chateaus sollte er das erfahren, wonach sein Geist seit vielen Jahren der Ordensarbeit gedürstet hatte. Nicht in einem abgelegenen Kloster Tibets, nicht bei den weisen Brahmanen Indiens, nein hier, inmitten einer technokratischen Welt, für die das Spirituelle, das Okkulte nicht existierte... nicht existieren durfte..."Kafka meets Lovecraft ...
Horror? Science Fiction? Esoterik? Sirentros Texte sind kaltes Feuer, glasklar, jedoch mit 'normaler' Logik nicht zu lösen. Sie zielen nicht auf die üblichen Schwerpunkte von Literatur ab: Spannung oder formaler Aufbau spielen hier kaum eine Rolle. Sirentro taucht nirgendwo ein, seine Figuren sind - in der Tradition HP Lovecrafts - mit voller Absicht schemenhaft, blutleer, distanziert. Es geht in diesen Texten scheinbar weder um Menschliches noch um Kosmisches; beide Bereiche sind, insofern sie eine Rolle spielen, nur Kulissen. Es geht zunächst um die Fäden, die zwischen dem Denkbaren und dem nicht mehr Erfassbaren gesponnen sind. Dabei ist die Botschaft ziemlich klar: Die Menschheit ist im kosmischen Plan ein Zwischenstadium, das zu überwinden ist und überwunden werden wird. Sirentros Erzählungen sind also "unmenschlich" im wahren Sinn des Wortes: er sehnt sich nach dem Nicht-Mensch-Sein, nach dem Begreifen der Welt ohne menschliche Grenzen oder auch nach dem Erschaffen einer wachgeträumten Alternative zur Welt.
Hier jedoch offenbaren die Erzählungen eine große Besorgnis um das Schicksal der Menschheit und eine ebenso große Sensibilität und Verletzlichkeit des Autors. Sirentro ist mit seinen kosmischen Phantasien und irdischen (manchmal durchaus klischeehaften) Zerrbildern eine moderne literarische Verkörperung von euphorischem Weltekel, aber auch gesellschaftskritisch und damit weniger bei Lovecraft und mehr bei Philip K. Dick und Franz Kafka oder bei den großen Franzosen wie Hugo und Dumas.
